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Weltentdecker in der Fabrik der Künste

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sinnspurensuche

sinnspurensuche

Was ist Sinn? Wie kann ich Sinn finden? Ist Sinn für jeden ähnlich oder ist er individuell unterschiedlich? … Gehen wir auf die Suche. Suchen wir nach Sinnspuren. Helfen Dir die folgenden Gedanken dabei?

Sinnspur … Sinn und Arbeit

Es wird nicht selten die Ansicht vertreten, dass Sinn und Bedeutung zu für das Arbeitsleben wichtigen Kategorien gehören (Weilbacher, 2016) (Cocorocchia, 2015) (Schmitt, 2012) (Höhler, 2002). Nach Weilbacher (2016) beispielsweise wird “Sinnstiftung im Arbeitskontext […] wichtiger”. Nach Schmitt (2012) ist Sinn verbunden mit Innovation und Kreativität, mit Werten und Reflexion. Für eine vertiefende Lektüre können beispielsweise die Links zu Weilbacher (2016), Cocorocchia (2015) und Schmitt (2012) in den Quellen unten dienen.

Sinnspur … Sinnmacht

Das Begriffspaar “[…] Sinn macht […]” ist tagtäglich zu hören und stellt einen – in einigen Ohren wohl eher etwas umgangssprechlichen – Ausdruck dafür da, dass ein Gedanke oder eine Überlegung als sinnvoll erachtet wird. Kann aus etwas, das Sinn macht, Sinnmacht entstehen? Wie mächtig ist Sinnmacht ggü. anderen Mächten?

Sinnspur … Handlungssysteme stabilisieren

Eine etwas abstraktere Sichtweise ist, dass Handlungssysteme über Sinn abgegrenzt werden. Folgende Abbildung aus Deckert (2006, S. 27) auf Basis von Luhmann (1968, S. 120 f.) stellt den Versuch der Verdeutlichung zur Funktion von Sinn in der Stabilisierung eines sozialen (Handlungs-) Systems dar:

Sinn
CC BY-NC-ND 4.0 Lizenz – Ronald Deckert – 2015 

Sinn hilft uns hiernach dabei, dass unser Leben handhabbar bleibt. Einfach ausgedrückt: Wir tun das und ziehen das zu tun ins Kalkül, was wir für sinnvoll erachten. Hierdurch wird die Komplexität in all den Möglichkeiten unseres Erlebens und Handelns insgesamt reduziert. Beispiele sind, dass man das tut, was man für notwendig erachtet, um ein Ziel zu erreichen bzw. einen Zweck zu erfüllen, oder, dass man das tut, was für den ordnungsgemäßen Ablauf eines Vorganges notwendig ist.

Diese Gedanken sind eine Möglichkeit, um das eigene Überleben bzw. das Überleben einer Gruppe von Menschen oder der Menschheit insgesamt systemtheoretisch zu verankern. Dann kann Handeln als am Überleben des Systems als Sinn ausgerichtet betrachtet werden: “Stabilisierung” des Systems durch hierzu geeignetes Handeln.

Aus der Wechselwirkung von Erfahrung, Zuschreibung von Bedeutung     und Handeln heraus kann die Welt stabil und dauerhaft erscheinen: “The interaction of experience, meaning ascription and action in processes designed to reduce equivocality and to attribute plausible sense in ways which make the world seem stable and enduring is fundamental to human sociality” (Brown, Colville, Pye, 2015, S. 273).

Sinnspur … mit sich und mit dem Großen und Ganzen im Einklang sein

Menschen haben verschiedene Sichtweisen zum Großen und Ganzen und zu ihrer eigenen Verbindung mit dem Großen und Ganzen entwickelt, wie sich bspw. bei Korton (2014) online unter http://www.clubofrome.org/cms/wp-content/uploads/2014/03/David-Korten-A-New-Story-for-a-New-Economy.pdf nachlesen lässt. Folgt man Korton (2014, S. 5), so ist man bspw. damit, aufeinander Acht zu geben und zu teilen, vielleicht auf einem ganz guten Weg (“Caring and sharing are defining traits of morally and emotionally mature humans.”), während Einkaufen und Wettbewerb um Geld und finanziellen Status unsere Bedürfnisse nach Sinn und Bedeutung sowie sozialen Beziehungen nicht befriedigt und zu Konfusion, Entfremdung und Verärgerung führen kann. Es gibt tolle Beispiele, sich für andere bzw. für die Gemeinschaft zu engagieren, wie bspw. http://www.reden-hilft.orghttp://haendefuerkinder.de oder http://www.zukunft-irular.de.

Man könnte versucht sein, zu glauben, dass die Sinnsuche endet, wenn man seine Sicht auf das große Ganze und Ganze entwickelt und seine eigene Verbindung hierzu erschlossen hat. Kann dies zu erreichen der Sinn des Lebens sein? Kann man dort ankommen und die Sinnsuche endet dann oder setzt sich diese Suche immer mal wieder weiter fort; auch dann, wenn man schon glaubte, angekommen zu sein?

Aus einem Blickwinkel der Nachhaltigkeit kann das Große und Ganze in gewisser Weise zugleich auf Ökologie, auf Sozialem und auf Ökonomie ruhend beschrieben werden.

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CC BY-NC-ND 4.0 Lizenz – Ronald Deckert – 2015 

In diesem Zusammenhang ist der Beitrag von Pufe (2014) ganz interessant, der sich unter folgendem Link findet: http://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/APuZ_2014-31-32_online.pdf

Korton (2014, S. 20) zeigt letztlich auf, dass Religion, Wissenschaft, spirituelle Denker und (umsichtige) Ökonomen die Konversation noch nicht an einer gemeinsamen “Living Universe Story” (die er fordert) ausrichten und hierzu zusammenwirken. Otto Scharmer (2013) vom MIT fordert den Schritt von ego-system zu eco-system economies. … Wer die Geschichte mit dem Elephanten und den sechs blinden Männern kennt, weiß, was Korton (2014, S. 20) damit meint, wenn er scheibt: “These conversations, however, remain cautious and fragmented. They rarely adress the whole elephant in all its complexity.” Die Geschichte kann unter http://www.clubofrome.org/cms/wp-content/uploads/2014/03/David-Korten-A-New-Story-for-a-New-Economy.pdf auf Seite 8 f. nachgelesen werden.

Sinnspur … Sinn und Bildung, Sinn und Lernen

Bildung kann als ‘Bedeutung erzeugen’ oder ‘Sinn erzeugen’ verstanden werden (auch eine Bedeutung von ‘Sinn machen’, s. o.): “Education is often depicted as ‘making meaning’ but this underlying structure forces us to think about what we mean when we say this. […]” (Downes, 2012, S. 10). … Und bei Spies (2013, S. 212) findet sich: “Die Herstellung von Sinnbezügen von Informationen ist jedoch Voraussetzung, um antizipatives und partizipatives Lernen zu ermöglichen, welches stärker denn je notwendig ist, um die Komplexität der Welt begreifen, entsprechende Handlungsoptionen erarbeiten und Leben erfolgreich gestalten zu können.”

Sinnspur … Sinn und Wohlbefinden

Wenn der Sinn im Leben ein bzgl. Wohlbefinden und Gesundheit gutes Leben ist, dann kann aus einer langjährigen Studie heraus nach Waldinger (2015) der Schlüssel durchaus in guten sozialen Beziehungen liegen.

Was fällt Dir zu diesen Sinnspuren ein oder welche Sinnspuren fallen Dir ein?

Vielleicht helfen die folgenden Links auch ein Stück weiter:

Quellen

Brown, A. D. & Colville, I. & Pye, A. (2015) Making Sense of Sensemaking in Organization Studies. Organization Studies. Vol. 36(2). S. 265-277

Cocorocchia, C. (2015) What little-known quality do all great leaders share? https://agenda.weforum.org/2015/12/quality-all-great-leaders-share/ (zuletzt abgerufen am 10. Januar 2016)

Deckert, R. (2006) Steuerung von Verwaltungen über Ziele – Konzeptionelle Grundlagen unter besonderer Berücksichtigung des neuen Steuerungsmodells. Dissertation. Universtät Hamburg. http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2006/2789/ (zuletzt abgerufen am 10. Januar 2016)

Downes, S. (2012) Connectivism and Connective Knowledge – Essays on meaning and learning networks. National Research Council Canada. http://www.downes.ca/files/books/Connective_Knowledge-19May2012.pdf (zuletzt abgerufen am 18.1.2016)

Höhler, G. (2002) Die Sinn-Macher – Wer siegen will, muss führen. 1. Auflage. München: Econ Verlag.

Korton, D. (2014) A New Story for a New Economy – To find our Human Place in a Living Universe, http://www.clubofrome.org/cms/wp-content/uploads/2014/03/David-Korten-A-New-Story-for-a-New-Economy.pdf (zuletzt abgerufen am 10. Januar 2016) und auch: http://www.clubofrome.org/?p=4806 (zuletzt abgerufen am 10. Januar 2016)

Luhmann, N. (1968) Zweckbegriff und Systemrationalität – Über die Funktion von Zwecken in sozialen Systemen. Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck).

Pufe, I. (2014) Was ist Nachhaltigkeit?  – Dimensionen und Chancen, Aus Politik und Zeitgeschichte, 64. Jahrgang, 31-32/2014, S. 15-21, http://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/APuZ_2014-31-32_online.pdf (zuletzt abgrufen am 27.09.2015)

Scharmer, O. (2013) From ego-system to eco-system economies. https://www.opendemocracy.net/transformation/otto-scharmer/from-ego-system-to-eco-system-economies (zuletzt besucht am 17.1.2016)

Schmitt, C. T. (2012) sInnovation ermöglichen, Vortrag auf der Wertflex-Abschlussveranstaltung. Bamberg. 11. Oktober 2012. http://www.wertflex.de/index.php?option=com_rubberdoc&view=category&id=68&Itemid=112 (zuletzt abgerufen am 10. Januar 2016)

Spies, B. (2013) Lernen im SOCIAl WEB – Eine Vergleichsstudie mit deutschen und amerikanischen Studierenden. Berlin: epubli.

Waldinger, R. (2015) What makes a good life? Lessons from the longest study on happiness, TEDxBeaconStreet, http://www.ted.com/talks/robert_waldinger_what_makes_a_good_life_lessons_from_the_longest_study_on_happiness (zuletzt abgerufen am 30.12.2015)

Weilbacher, J. C. (2016) Personalmanagement – So wird die Arbeitswelt 2016. http://www.humanresourcesmanager.de/ressorts/artikel/so-wird-die-arbeitswelt-2016-2130551468
(zuletzt abgerufen am 10. Januar 2016)

 

Harmonie … in Ruhe und Gelassenheit mit sich und mit der Welt im Einklang

Harmonie … in Ruhe und Gelassenheit mit sich und mit der Welt im Einklang

Harmonie ist insbesondere auch in der Physik nicht unbekannt: Schwingungen verlaufen bei genügend kleinen Ausschlägen harmonisch. Ganz mit sich und der Welt im Einklang zu sein bedeutet nicht, dass alles gänzlich still steht, sondern wohl eher dass sich alles in Ruhe und auf natürliche Weise bewegen darf. Wenn die Ausschläge dabei klein sind und alles unaufgeregt abläuft, fällt es einigen leichter loszulassen, den Dingen Ihren Lauf zu lassen und sich sicher zu fühlen. In der Familie anzukommen und vor allem auch das Glück zulassen zu können, tut der Seele gut. Apropo “Einklang”: Gut zusammen klingen tut es, wenn es harmonisch ist; und zwar auf – wenn nicht ein und derselben – so zumindest harmonierenden Wellenlängen.

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Wohl dem, der nicht abhebt, sondern einfach auf dem Teppich bleibt, wie hier Mops Erich:

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Zu wünschen ist uns allen, dass solche Gefühle und Erfahrungen auch das neue Jahr 2016 prägen dürfen. Denn, in und mit Harmonie geht vieles besser und es lebt sich einfach gesünder – und zwar auf Seiten derer, die sonst oft unnötig treiben, und derer, die sonst oft unnötig getrieben werden. Vielleicht mag der Anblick eines Sonnenaufgangs am Meer helfen, sich hieran auch im Alltag zu erinnern. Und wenn die Wolken den Himmel verhängen, wie beim Sonnenaufgang am Meer in diesem Bild, dann muss alles, was nicht zu sehen ist, aus dem Herzen kommen:

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Allen, die in 2016 getrieben werden, ist zu wünschen, dass Sie unnötiges Treiben einfach aushalten können und dies als Erfahrung verbuchen, die einen stärker macht und wachsen lässt. Mit den besten Wünschen zu einem guten Start in ein großartiges Jahr 2016.